Systemische Beratung & Therapie

Was heißt »Systemisch« in meiner Arbeit?

Die Übergänge zwischen Systemischer Beratung und Therapie sind fließend.
Aus »Systemischer Sicht« wird unser Verhalten nicht isoliert betrachtet, sondern als
eingebunden in Prozesse sozialer Beziehungen in allen Lebensbereichen.

Primäres Ziel ist es dabei, bestehende Beziehungsstrukturen zu klären, blockierende Denk-
und Verhaltensmuster zu erkennen und daraus die Möglichkeit zur individuellen Veränderung
zu schöpfen, um eine bessere Ebene gegenseitigen Verstehens zu erreichen.

Aus Systemischer Perspektive werden Ursachen und Wirkungen als eng miteinander verbunden betrachtet, d.h. sie bedingen sich gegenseitig: Jede Ursache hat eine Wirkung, die selbst wiederum Ursache sein kann; und so bildet sich ein Geflecht – ein System – in das wir eingebunden sind. So wie z. B. ein Mobile aus verschiedenen individuellen Elementen besteht, die aber gleichzeitig in Wechselwirkung eng mit den anderen Elementen interaktiv verbunden sind, so sind wir alle in unserem Leben mit unserer sozialen Umgebung verknüpft.

Der »Systemische Ansatz« in Beratung und Therapie sucht, findet und betrachtet gemeinsam
mit den Betroffenen auf professionelle Weise genau diese Verknüpfungen, Bindungen und wechselseitigen Wirkungen, in die der Hilfesuchende eingebunden ist. Man schaut mit Neugier und Unvoreingenommenheit auf das Beziehungsgeflecht und ihre Wirkung auf den Einzelnen. Dabei beruht die »Systemische Grundhaltung« auf einer – von Wertschätzung und Achtung aller Lebensweisen getragenen – Vorstellung.

Anstatt die Aufmerksamkeit auf Krankheiten, Symptome und Defizite zu legen, besteht der Fokus der »Systemischen Beratung und Therapie« vielmehr im Betrachten und Finden der Ressourcen, Erfahrungen und Kompetenzen, über die alle Menschen verfügen.

Die lebensgeschichtlichen Prägungen und Entwicklungen zeigen oft einen Zusammenhang
mit der aktuellen Krise und es werden neue innere Bilder und Modelle entworfen, um dem persönlichen Drehbuch des Lebens neue Ideen hinzuzufügen. Dieser Prozess kann für
den Akteur manchmal sehr schmerzlich sein, oft aber auch erheiternd und erlösend. Auf jeden Fall führt er ihn auf eine erweiterte, meist höhere Stufe seines individuellen Bewusstseins,
und fast alle Menschen, die zu mir kommen finden es spannend, mehr über die neugierige Frage zu erfahren »Wer bin ich denn noch?«

© ANGELIKA RAPPEL 2018